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Richtungweisende Logistik mit eigener Flotte – Interview mit Stephan Zech, Fuhrparkleiter

24.09.2020

4 Jahre, 23 Lagerstandorte, über 150 belieferte Städte in Deutschland – die flaschenpost, Deutschlands erster Getränkesofortlieferdienst aus Münster, setzt ihre rasante Wachstumsstrategie auch im Jahr 2020 fort. Die Getränkelieferung innerhalb von 120 Minuten ohne Lieferkosten und zu Preisen auf Supermarktniveau, eine ausgefeilte Inhouse-Logistik, eigene Lagerflächen und ein eigener Fuhrpark machen dies möglich. Die prägnanten Lieferfahrzeuge sind aus dem Stadtbild in den Liefergebieten mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Im Schnitt stehen an jedem Lagerstandort rund 70 flaschenpost-Bullis bereit, die bis zu 10 Bestellungen pro Tour ausliefern. Mit einem eigenen ERP-System werden die Bestellungen gebündelt und mittels Routing Algorithmus die jeweils effizienteste Route errechnet. Ein gut organisiertes Fuhrparkmanagement bildet hierbei die Grundlage, um auch auf höchste Anforderungen flexibel reagieren zu können.

Stephan Zech ist seit gut einem Jahr Fuhrparkleiter bei der flaschenpost und sorgt dafür, dass die Fahrzeuge an den 23 Lagerstandorten jederzeit einsatzbereit sind. Insgesamt rund 1.500 Fahrzeuge werden von ihm und seinem Team verwaltet. Im Interview verrät Stephan, der bereits weitreichende Erfahrungen in Bezug auf die Last-Mile-Logistik, Fuhrparkverwaltung und Elektromobilität mitbringt, vor welche Herausforderungen ihn diese Aufgabe stellt und wie er es schafft, auch bei hohem Bestellaufkommen immer genügend Fahrzeuge auf die Straße zu bringen.

Was zeichnet für dich die Arbeit bei der flaschenpost aus?

„Ich habe bei meinem Job viel Gestaltungsspielraum und Flexibilität. Es ist faszinierend, wie schnell hier Ideen gedacht und Lösungen umgesetzt werden. Hier darf ich in einem hoch motivierten, jungen Team arbeiten, und gemeinsam bekommen wir auch die größte Herausforderung gestemmt.“

Welches sind die größten Herausforderungen an die Flotte des Lieferdienstes?

„Jeder neue flaschenpost-Standort muss mit einer ausreichenden Anzahl an Fahrzeugen ausgestattet werden. Schritt für Schritt baut man damit ein Netzwerk auf, auf das wir in Hochphasen zurückgreifen können. Wichtig für die Organisation ist hierbei aber auch die Berücksichtigung der Forecast-Planung. Wir beobachten nicht nur den Markt und die Nachfrage, sondern legen bei unserer Einsatzplanung zum Beispiel auch Wetterdaten zugrunde. Bei sommerlichen Temperaturen und vor Feiertagen ist das Bestellaufkommen erfahrungsgemäß am höchsten. Um unser Lieferversprechen von 120 Minuten jederzeit einhalten zu können, ist es notwendig, einen zuverlässigen, modernen Fuhrpark zur Verfügung zu haben, mit dem wir in solchen Hochphasen gut gewappnet sind.“

Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Umweltschutz?

„Das Logistik-Konzept der flaschenpost zielt bei allen Prozessen auf eine größtmögliche Effizienz, wobei der Umweltgedanke eine maßgebliche Rolle spielt. Unsere computerbasierte intelligente Tourenplanung errechnet den effizientesten Weg von Kunde zu Kunde. Dabei ersetzt eine Auslieferungsfahrt der flaschenpost bis zu 10 Einzelfahrten zum Supermarkt. Dadurch reduzieren wir den CO2-Ausstoß, der durch viele kurze Privatfahrten entstehen würde.“

Wie sieht der Fuhrpark der Zukunft aus?

„Innovative, zukunftsfähige Lösungen sind ein wichtiger Teil der strategischen Planung bei der flaschenpost, und wir testen immer wieder auch alternative Mobilitätskonzepte. Jedoch stellen uns verschiedene Faktoren noch vor große Herausforderungen, beispielsweise die Ladeinfrastruktur, die höheren Anschaffungspreise und die verminderten Reichweiten von Elektromobilitäts-Fahrzeugen. Aktuell kann die Technik mit den Anforderungen unseres Lieferdienstes noch nicht Schritt halten, wir beobachten die Entwicklungen am internationalen Markt aber sehr intensiv. Unsere wichtigste Anforderung ist die Einhaltung unseres Lieferversprechens. Dafür brauchen wir finanzierbare und langfristig beständige Ladeinfrastrukturen, eine realistische Reichweite auch bei niedrigen Temperaturen und hoher Zuladung sowie eine größtmögliche Flexibilität durch kurze Lieferzeiten der Fahrzeuge.“